Skip to main content

Museumskonzept

Warum ein Feldbahnmuseum in Lengerich?

Der Großraum Lengerich, das Münsterland und das benachbarte Osnabrücker Land sind geprägt durch zahlreiche Lagerstätten, an denen in früheren Jahrzehnten Bodenschätze (Kohle, div. Erze, Kalkstein, Ton, Sand, Torf) abgebaut wurden und zum Teil auch noch werden.

Gmeinder HF 130C mit Lorenzug in den 60ern im Dyckerhoff-Steinbruch Lengerich.

Feldbahnen waren in diesen Betrieben bis vor einigen Jahrzehnten ein weit verbreitetes und unverzichtbares Trans- portmittel für die Rohstoffe von den Gewinnungsstätten zu den Verarbeitungsbetrieben (sog. Zufuhrbahnen) sowie auch innerhalb der Produktionsstätten. Für die dort Beschäftigten waren sie ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsumfeldes. Darüber hinaus haben zahlreiche Bewohner dieser Region die Feldbahnen auch als prägenden Bestandteil der heimischen Landschaft kennengelernt und für viele Jugendliche waren sie damals die idealen "Abenteuerspielplätze". Im Rahmen der technischen Weiterentwicklungen des Transportwesens wurden sie allmählich durch andere Transportsysteme (LKW, Gabelstapler, Förderbänder) ersetzt und nach deren Abbau erinnern häufig nur noch Überreste wie ehemalige Gleistrassen, Einschnitte und Halden undeutlich an diese Bahnen.

In nur wenigen Bereichen (z. B. Torfabbau, Tongruben, Bergbau) sind sie jedoch auch heute noch anzutreffen, und entsprechend ihrer geringen Zahl nur Wenigen bekannt. So läuft das Feldbahn- wesen in seiner ursprünglichen Erscheinungsvielfalt Gefahr, immer mehr aus dem Blickfeld zu entschwinden, und der interessierte Laie hat häufig kaum noch die Möglichkeit, die letzen noch verbliebenen Feldbahnen einmal im Betrieb zu erleben.

Wir haben uns deshalb entschlossen, wenigstens einige Vertreter dieser Spezies der Nachwelt zu erhalten und zu präsentieren.

Das WESTFÄLISCHE FELDBAHNMUSEUM LENGERICH beabsichtigt, durch den Erhalt, die Restaurierung und die Präsentation von Feldbahnmaterial

  • das Wesen und die Geschichte dieses Transportsystems zu erforschen und zu dokumentieren. Den Schwerpunkt bildet dabei die Feldbahngeschichte Westfalens.
  • das Feldbahnwesen in seiner Vielfältigkeit mit Originalobjekten im praktischen Betrieb erfahrbar zu machen.

Besonderes Gewicht wird im Rahmen der Sammeltätigkeit auf den Erhalt von Originalfahrzeugen, Ausrüstungsgegenständen sowie Schrift - und Fotodokumenten von Feldbahnen unserer Region gelegt, d.h. von Bahnen der

  • Zement-, Kalk- und Ziegelindustrie, dem
  • Kohlen- und Erzbergbau,
  • den Steinbrüchen,
  • der Sand-, Torf- und Tongewinnung sowie
  • dem Baugewerbe mit seinen temporären Baufeldbahnen

  • Die Darstellung anderer typischer Einsatzbereiche von Feldbahnen bietet weitere Einblicke die Vielfalt des Feldbahnwesens.
  • Die Sammlung wird in einem lebendigen Museum - Anfassen erlaubt! - stilecht präsentiert.
  • Die baulichen Anlagen vermitteln den Eindruck einer Güter befördernden Feldbahn in "wildromantischer" Umgebung.
  • Ein bescheidener Personenverkehr vermittelt feldbahntypischen "Fahrkomfort".
  • Kleinbahnmäßiger Betrieb wird nicht durchgeführt.